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Leitfaden Förderprogramme Schritt-für-Schritt durch den Förderdschungel bei Kulturveranstaltungen

Update zu Fördermöglichkeiten
Antragsfristen, Neuigkeiten, wichtige Hinweise zur Beantragung

Kultur in Pandemiezeiten – das bedeutet oft noch immer, vor weniger Publikum zu spielen, unter Auflagen und mit Mehraufwand. Doch in diesem Sommer hat sich bei den Förderprogrammen einiges getan, damit Kultur eben trotz aller Hürden möglich wird. Wir geben Dir hier einen Überblick über Fördermittel, Antragsfristen, Infektionsschutzmaßnahmen und Neuigkeiten zu den Hilfen von Bund und Land.

 

Änderung der 14. Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung

Erleichterungen für Veranstalter*innen und Betriebe in Kraft

Die 14. Infektionsschutzmaßnahmenverordnung wurde in den Bayerischen Kabinettssitzungen vom 4. und 12. Oktober abgeändert. Für Veranstalter*innen und Betriebe wurden erhebliche Erleichterungen durchgesetzt, unter der Bedingung, freiwillig die 2G-Regel oder die 3Gplus-Regel anzuwenden.

Voraussetzung für Erleichterungen bei Veranstaltungen:

  • Freiwillige Durchsetzung der 2G-Regel (Ausschließlich Geimpfte und Genesene, die dies nachweisen können, werden zur Veranstaltung zugelassen)
  • Oder: Freiwillige Durchsetzung der 3G plus-Regeln (Ausschließlich Geimpfte und Genesene, die dies nachweisen können, sowie Getestete mit gültigem PCR-Test werden zur Veranstaltung zugelassen)
  • Durchsetzen eines strengen Zugangsregimes mit Zugangshindernissen, Kontrollen der Identität und der Nachweise zur Einhaltung der 2G-Regeln oder 3G plus-Regeln)
  • In allen Bereichen von 3G / 3G plus / 2G müssen künftig auch die Betreiber, Beschäftigten und Ehrenamtlichen mit Kundenkontakt die dort jeweils geltenden Impf-, Genesenen- oder Testvoraussetzungen erfüllen. Ein entsprechender Testnachweis muss mindestens an zwei verschiedenen Tagen pro Woche vorliegen.

Folgende Erleichterungen werden bei Anwendung von 2G oder 3G plus ermöglicht:

  • Die Maskenpflicht entfällt vollständig
  • Das Gebot des Mindestabstands entfällt
  • Etwaige Personenobergrenzen entfallen
  • Das Alkoholverbot bei Sport- und Kulturveranstaltungen mit mehr als 1.000 Personen entfällt
  • Unter den für Diskotheken geltenden Bedingungen von 3G plus wird auch Tanz und Musik in der Gastronomie zugelassen. Getestete können nur mit PCR-Test teilnehmen.
  • Schankwirtschaften können Getränke an der Theke oder am Tresen ausgeben und auch hier den Verzehr ermöglichen statt ausschließlich am Tisch.

Weitere Erleichterung für Veranstaltungen mit bis zu 1.000 Teilnehmer*innen:

  • Die Kontaktdatenerhebung wird mit Wirkung vom 15. Oktober (Freitag) auf Schwerpunktbereiche mit hohem Risiko von Mehrfachansteckungen (spreading) beschränkt. Das sind z.B. alle geschlossenen Veranstaltungen ab 1.000 Personen, Clubs, Diskotheken, gastronomische Angebote mit Tanzmusik oder körpernahe Dienstleistungen

In allen anderen Bereichen entfällt die Kontaktdatenerhebung.
Weitere Hinweise zur Kontaktdatenerhebung finden Sie hier (Bericht aus der Kabinettssitzung vom 12. Oktober 2021 – Bayerisches Landesportal (bayern.de)

Wichtige Hinweise:

  • Das Einführen der 2G- oder der 3G plus-Regel ist rein freiwillig und bleibt den Veranstalter*innen und Betreiber*innen vorbehalten. Es gibt keinen staatlichen Zwang.
  • Voraussetzung ist ein strenges Zutrittsregime (Zugangshindernisse, Kontrollen mit Identitätsfeststellung, Kontaktverfolgung etc.)
  • Freiwilliges 2G oder 3G plus sind in allen Bereichen möglich, in denen bisher 3G galt. Beispiele: Sportstätten, Theater, Opern, Kinos, Museen, Tagungen, Kongresse, Bibliotheken, Musikschulen u. v. m.
  • Missbrauch ist bußgeldbewehrt und gefährdet auch die allgemeine gewerberechtliche Zuverlässigkeit dessen, der nicht kontrolliert.
  • Alle Schüler*innen, die in der Schule regelmäßig getestet werden, haben auch zu freiwilligem 3G plus Zutritt, unabhängig von ihrem persönlichen Impfstatus.

Weitere Informationen:

Die vollständige Änderung der 14. Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung ist hier nachzulesen.

Die 14. Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung ist hier zu finden.

Schritt-für-Schritt durch den Förderdschungel bei Kulturveranstaltungen:

Bundesmittel und Landesmittel für Kulturveranstaltungen können kombiniert werden. Bereitgestellte Bundesmittel müssen jedoch vorrangig beantragt werden. Im zweiten Schritt können dann die Landesmittel beantragt werden. Eine Überkompensation ist nach wie vor ausgeschlossen. Was bedeutet das konkret für Kulturveranstalter*innen?

  • Sonderfonds des Bundes für Kulturveranstaltungen
    Bitte prüfe zunächst, ob Du Mittel aus dem Sonderfonds des Bundes für Kulturveranstaltungen beantragen möchtest. 
    Der Sonderfonds bietet zwei Komponenten: eine Wirtschaftlichkeitshilfe und eine Ausfallabsicherung. Die Wirtschaftlichkeitshilfe kann für Veranstaltungen mit bis zu 2.000 Teilnehmenden beantragt werden. Sie soll die Lücke schließen zwischen den veranstaltungsbezogenen Kosten und den tatsächlichen Einnahmen, die in der Pandemie durch verschiedene Auflagen geringer ausfallen. Eine Ausfallabsicherung ist ebenfalls in dieser Förderung für den Fall enthalten, dass die Veranstaltung pandemiebedingt abgesagt oder verschoben werden muss.
    Für Veranstaltungen über 2.000 Teilnehmende kann eine Ausfallabsicherung beantragt werden.
    Wichtig! Für die Inanspruchnahme beider Module des Fonds ist es notwendig, dass die Veranstaltungen vor der tatsächlichen Durchführung auf der Website des Sonderfonds registriert werden. Eine Anmeldung im Nachgang ist nicht möglich.
    Alle Informationen zum Sonderfonds findest Du hier
  • Überbrückungshilfe III plus
    Soloselbstständige, Freiberufler und Unternehmen, die hohe Fixkosten haben, können noch bis 31.12.2021 Überbrückungshilfe III plus beantragen. Innerhalb der aktuell laufenden Antragsphase deckt die Hilfe die Monate Oktober bis Dezember ab. Bitte prüfe, ob Du diese Mittel beantragen kannst. Bist Du antragsberechtigt, musst Du zunächst diese Mittel beantragen, bevor Du Landesmittel in Anspruch nehmen kannst. Alle Informationen zur Überbrückungshilfe III plus findest Du auf der Homepage des Bundes.
  • Neustarthilfe plus
    Die Neustarthilfe plus wendet sich an Soloselbstständige, unständig Beschäftigte und kurz befristete Beschäftigte ohne hohe Fixkosten. Auch Genossenschaften und Kapitalgesellschaften sind antragsberechtigt. Für die beiden Förderzeiträume Juli bis September und Oktober bis Dezember können noch bis zum 31.12.2021 Anträge gestellt werden, ohne prüfenden Dritten, über das ELSTER-Zertifikat: Überbrückungshilfe Unternehmen – Neustarthilfe Plus (für die Monate Oktober bis Dezember). 
  • Spielstätten- und Veranstaltungsprogramm des Freistaats Bayern
    Sobald Du die Bundesmittel für Dich geprüft und ggf. beantragt und einen Bescheid erhalten hast, bist Du auch antragsberechtigt für Fördermittel aus den Landesprogrammen, z. B. für das Spielstätten- und Veranstaltungsprogramm des Freistaats Bayern.
    Für Veranstaltungen von Januar bis Juni 2021 ist die Antragsfrist der September 2021. Für Veranstaltungen in der zweiten Jahreshälfte ist die Antragsfrist der 30.09.2022. Alle Informationen zum Spielstättenprogramm erhältst Du hier.

Hast Du Fragen?
Gerne informieren wir Dich zu den unterschiedlichen Förderungen persönlich:
Montag – Freitag von 10:00 bis 12:00 Uhr
unter 0911-20671-455.

Zusätzlich haben wir ein Info-Telefon speziell für die Beantragung der bayerischen Landesprogramme. 
Montag – Freitag von 13:30 bis 16:30 Uhr
unter 0911-20671-344

Ruf uns an. Wir helfen Dir gerne weiter!

Neuigkeiten zu Stipendienprogrammen in der Pandemie:

Dritter und letzter Call des Stipendienprogramms des Landes Bayern

Der Freistaat Bayern ruft den dritten und letzten Call des Stipendienprogramms für Künstler*innen in der Anfangsphase ihrer professionellen künstlerischen Existenz aus. Stipendien in Höhe von 5.000 Euro können ab sofort bis zum 31.10.2021 beantragt werden. Alle Informationen über die Teilnahmebedingungen und die Antragstellung findest Du hier.
Unter 0911-20671-344 beantworten wir gerne alle Deine Fragen zum Stipendienprogramm! 

Neue Stipendien in den Programmen von Neustart Kultur

Die Bundesregierung stellt erneut Mittel für Stipendien zur Verfügung, die ab August beantragt werden können. Derzeit können noch Stipendien über insg. 90 Mio. Euro über die Verwertungsgesellschaften VG Wort, GVL und GEMA beantragt werden. Alle Informationen dazu und weiterführende Links zu den einzelnen Programmen findest Du hier.