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Finanzielle Entlastungsmassnahmen

Im Folgenden haben wir für Dich Informationen zusammengetragen, die Dir helfen können, Deine finanzielle Situation zumindest kurzweilig zu entlasten.

Kurzarbeit

Der Deutsche Bundestag hat einstimmig Regelvereinfachungen zum Bezug von Kurzarbeitergeld beschlossen, um die unmittelbaren Folgen der Corona-Krise abzufedern. Wird in Folge des Coronavirus eine vorübergehende Reduzierung der üblichen Arbeitszeiten notwendig, können betroffene Betriebe bei ihrer zuständigen Agentur für Arbeit Kurzarbeitergeld beantragen. Antragsfähig sind Unternehmen mit mindestens einem/r Mitarbeiter*in. Für geringfügig Beschäftigte ist KEIN Kurzarbeitergeld erhältlich. Im Einzelnen sollen zum 1. April 2020 folgende Erleichterungen umgesetzt werden:

  • Das Erfordernis, dass mindestens ein Drittel der Belegschaft vom Arbeitsausfall betroffen ist, wird auf eine Schwelle von 10 Prozent abgesenkt.
  • Die Sozialversicherungsbeiträge werden vollständig von der Bundesagentur für Arbeit übernommen.
  • Auf den Aufbau negativer Arbeitszeitsalden wird teilweise oder vollständig verzichtet.
  • Auch Leiharbeitnehmer können Kurzarbeitergeld beziehen.
  • Wie bereits am 29. Januar 2020 von der Bundesregierung beschlossen, soll im gleichen Zug eine Verlängerung des Kurzarbeitergeldbezugs von 12 auf 24 Monate ermöglicht werden.
  • Beschluss vom 23. April: Das Kurzarbeitergeld wird (gestaffelt und vorerst bis zum Jahresende) angehoben: Ab dem vierten Bezugsmonat auf 70 Prozent des letzten Nettolohns (77 Prozent für Haushalte mit Kindern) und ab dem achten Monat auf 80 Prozent (87 Prozent mit Kindern). Bisher sind es 60 Prozent oder 67 Prozent des Lohns für Menschen mit Kindern.

Alle Informationen zum Kurzarbeitergeld, Deine zuständige Arbeitsagentur sowie eine Online-Anzeige- bzw. eine Antragsfunktion findest Du auf der Seite der Bundesagentur für Arbeit: https://www.arbeitsagentur.de/news/kurzarbeit-wegen-corona-virus 

Steuerstundung und weitere Anpassungen

+++ Update vom 22. Dezember 2020: Die im März 2020 vereinbarten steuerlichen Maßnahmen zur Abmilderung Corona-bedingter Härten (Stundung, Vollstreckungsaufschub, Anpassung von Vorauszahlungen) wurden angepasst bzw. verlängert +++ Auf Antrag können Einkommens-, Körperschafts- und Umsatzsteuer gestundet, laufende Vorauszahlungen der Gewerbesteuer auf null gesetzt werden. Ggf. können auch Säumniszuschläge erlassen und Vollstreckungsmaßnahmen ausgesetzt werden. Zur Klärung Deiner speziellen Situation wende Dich bitte direkt telefonisch an das für Dich zuständige Finanzamt. Den Antrag zur Steuerstundung findest Du hier.

Überziehungskredit (Konkokorrentkredit)

Analog zum privaten Dispositionskredit kannst Du bei Deiner Hausbank einen Kontokorrentkredit beantragen. Überziehungskredite sind darauf angelegt, kurzzeitige finanzielle Engpässe zu überbrücken. Zu beachten sind die vergleichsweise hohen Zinsen. Bitte wende Dich für weitere Informationen an Deine Hausbank.

Entschädigung bei Verdienstausfall durch Quarantäne

Wer aufgrund des Coronavirus offiziell unter Quarantäne gestellt wird, einem Tätigkeitsverbot unterliegt und dadurch einen Verdienstausfall erleidet, kann nach § 56 des Infektionsschutzgesetz (IfSG) eine Entschädigung erhalten. Selbstständige und Freiberufler wenden sich in diesem Falle direkt an ihr zuständiges Gesundheitsamt. Grundlage der Berechnung für die Entschädigung ist der Steuerbescheid. Wer als Selbstständiger nicht gesetzlich kranken-, renten- und pflegeversichert ist, hat außerdem Anspruch auf Erstattung seiner/ihrer Aufwendungen für soziale Sicherung in angemessenem Umfang. Weitere Informationen erhältst Du hier.

Zahlungserleichterung und -aufschub
  • Sozialversicherungsbeiträge von Arbeitgebern können nach § 76 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 SGB IV gestundet werden. Dies trifft dann zu, wenn die sofortige Einziehung des Gesamtsozialversicherungsbeitrags mit erheblichen Härten für das Unternehmen verbunden wäre und der Anspruch durch die Stundung nicht gefährdet ist. Ansprechpartner sind die jeweiligen Krankenkassen, bei denen die Arbeitnehmer*innen versichert sind.

Selbstständige haben u. U. die Möglichkeit, nach Rücksprache mit ihrer Krankenkasse, ihre Beträge auf den Mindestsatz zu reduzieren. Ansonsten können sie einen Stundungsantrag aufgrund Corona-bedingter Auftragsausfälle stellen.

Für Versicherte der Künstlersozialkasse (KSK) ergeben sich zweierlei Möglichkeiten der finanziellen Entlastung: 1. durch Beantragung eines Zahlungsaufschubs (Stundung von Beiträgen) bis zunächst 30. Juni 2020, per E-Mail und mit kurzer Begründung an auskunft@kuenstlersozialkasse.de, und 2. durch Korrektur der Einkommenserwartung. Der Versicherungsschutz bleibt gemäß Mitteilung der KSK vom 16. März 2020 bis auf weiteres auch dann erhalten, wenn Pandemie-bedingt das Mindesteinkommen von 3.900 Euro jährlich nach aktueller Einschätzung nicht erreicht wird. Weitere Infos findet Ihr hier.

Künstlersozialabgabepflichtige Unternehmen können dreierlei Maßnahmen ergreifen: 1. Beantragung einer Verlängerung (bis 30. Juni 2020) der gesetzlichen Abgabefrist zur Meldung abgabepflichtiger Entgeltzahlungen des Jahres 2019, per E-Mail und mit kurzer Begründung an abgabe@kuenstlersozialkasse.de, 2. Antragstellung auf Stundung (bis zunächst 30. Juni 2020) oder Ratenzahlung, per E-Mail und mit kurzer Begründung an abgabe@kuenstlersozialkasse.de sowie 3. Antragstellung auf Herabsetzung der monatlichen Vorauszahlungen, telefonisch oder per E-Mail an abgabe@kuenstlersozialkasse.de. Weitere Infos findet Ihr hier.

Ausfallhonorare

Ob Ihr vom Auftraggeber ein Ausfallhonorar bekommt, hängt von Euren individuellen Vertragsbedingungen ab. Auch mündlich oder per SMS/WhatsApp geschlossene Vereinbarungen sind wirksam. Achtet beim Abschluss neuer Verträge darauf, dass es Regelungen über Ausfallhonorare gibt. Habt Ihr in einem Projekt bereits Teilleistungen erbracht, besteht zumindest anteilig Anspruch auf das Honorar.

Fördermittel für laufende Projekte

Sie setzen gerade mit Hilfe von Fördermitteln ein Projekt um und müssen Veranstaltungen und/oder Reisen absagen? Wie sich das auf die Abrechnung der Fördermittel auswirkt, dazu gibt keine allgemeingültige Regelung. Es ist davon auszugehen, dass die fördernden Stellen die Projektträger in Kürze individuell informieren werden. Zahlreiche Verbände setzen sich aktuell dafür ein, dass die aktuelle Situation sich nicht negativ auf die Zuwendungsempfänger und die beteiligten Kultur- und Kreativschaffenden auswirkt.