CORONAVIRUS // DIE AKTEURE

Ein Blick hinter die Kulissen: Wie geht es den (bayerischen) Kultur- und Kreativschaffenden in der aktuellen Situation? Welche Bewältigungsstrategien kamen zum Einsatz? Wir haben nachgefragt.

Florian Sußner

Florian Sußner ist neben seiner Tätigkeit als Berater und Coach außerdem selbstständiger Gründungstrainer, Hochschuldozent und Spielbuch-Autor. Und nicht zu vergessen – Referent bei bayernkreativ. Aber nicht nur das: Florian zählt zu den aktiven Mitgliedern der drittältesten deutschen Impro-Theater-Gruppe „6 auf Kraut“.

Hi, Florian! Welche Auswirkungen hat die Coronakrise auf deine wirtschaftliche Arbeitssituation?
Was ich ganz deutlich spüre, ist das Spannungsverhältnis zwischen Unsicherheit einerseits und sich gerade jetzt neu ergebenen Chancen andererseits. Manchmal muss ich mir gerade auch bewusst machen, dass ich Änderungen und Ungewissheiten ja eigentlich mag.
Wie gehst du damit um?
Was mir hilft ist Achtsamkeit. Außerdem – wie es sich für einen Coach ja auch gehört – lass ich mich von einer Kollegin coachen.
Welche neuen Ideen haben dir die Möglichkeit gegeben, für deine Kunden greifbar zu sein und somit auch marktfähig zu bleiben?
Ich habe natürlich viel darüber nachgedacht, wie man die aktuelle Situation auf positive Art nutzen kann. Mir geht es so, dass mir erst so langsam all die Möglichkeiten klar werden, die es aus technischer Sicht ja schon länger gibt. Besonders viel nutze ich Zoom, merke aber auch, dass ich noch immer analoge Möglichkeiten schätze – zum Beispiel den guten alten Brief.

Mareike Roth

Mareike Roth ist Mitgründerin und Geschäftsführerin von hochE. Das Nürnberger Design- und Strategiebüro arbeitet seit 2012 für kleine- und mittelständische Firmen sowie internationale Unternehmen  im Bereich Industriedesign und Markenstrategie. Ihr Wissen gibt Mareike Roth auch als Dozentin, Co-Autorin und bayernkreativ-Referentin weiter.
Hi, Mareike! Welche Auswirkungen hat die Coronakrise auf deine wirtschaftliche Arbeitssituation?
Die Auswirkungen sind immens. Im Prinzip war Corona für uns eine Vollbremsung auf der Überholspur. Im Moment ist vieles in der Schwebe und es gibt große Unsicherheiten im Markt.
Wie gehst du damit um?
Als Designer und Unternehmer ist es unser daily-job mit Unsicherheiten umzugehen. Von daher ist diese „Krise“ für uns eine Chance, auch wenn es abgedroschen klingt. Sie eröffnet aktuell neue Denkweisen und stellt Gewohntes in Frage.
Welche neuen Ideen haben dir die Möglichkeit gegeben, für deine Kunden greifbar zu sein und somit auch marktfähig zu bleiben?
Unsere Auftraggeber wissen aus Erfahrung, dass wir immer für sie da sind und mit Rat und Tat zur Seite stehen. Wir geben neue Impulse weiter, unter anderem mit Statements, Chancen und Learnings anlässlich unseres 8-jährigen Jubiläums.

Margit Brendl

Margit Brendl war jahrelang in leitender Position in Marketing und Vertrieb tätig und sammelte umfassende Erfahrungen im Kulturbereich, bevor sie sich mit ihrer Agentur KulturLiebe selbstständig machte. Seit 2018 bereichert Margit als Expertin für Kultur- Sponsoring das bayernkreativ-Workshop-Portfilio.
Hi, Margit! Welche Auswirkungen hat die Coronakrise auf deine wirtschaftliche Arbeitssituation?
Ich bin nur noch wenig bei meinen Kunden vor Ort und arbeite hauptsächlich im Homeoffice und über Online-Meetings. Teilweise wurden Aufträge deutlich reduziert.
Wie gehst du damit um?
Ich arbeite schon immer viel von meinem eigenen Büro aus und bin das gewohnt. Langfristig gesehen brauche ich aber den persönlichen Kontakt, um meine Kunden gut zu beraten und zu unterstützen.
Welche neuen Ideen haben dir die Möglichkeit gegeben, für deine Kunden greifbar zu sein und somit auch marktfähig zu bleiben?
Die Ideen sind nicht wirklich neu, aber ich habe sie noch nie so intensiv eingesetzt wie aktuell: Videokonferenzen und Webinare.