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Coronavirus // HILFEN FÜR KULTUR- UND KREATIVSCHAFFENDE IN BAYERN

Dieser Beitrag wird laufend aktualisiert.

Die weitreichende Absage von Veranstaltungen aufgrund der weiteren Ausbreitung des Coronavirus (2019-nCoV) führt in vielen Bereichen der Kultur- und Kreativwirtschaft zu Umsatzausfällen und finanziellen Härten.  

Das Bayerische Zentrum für Kultur- und Kreativwirtschaft (bayernkreativ) stellt Dir im Folgenden eine Übersicht relevanter Hilfsprogramme und -maßnahmen zur Verfügung. Für weitere Informationen verweisen wir auf die jeweils genannten Stellen, die aktuell, kompetent und ggf. auch rechtlich Auskunft geben können.  

 1. SOFORT-HILFEN 

Land Bayern

Der Freistaat stellt zum Schutz der bayerischen Wirtschaft vor den Folgen der Corona-Krise bis zu zehn Milliarden Euro Sondervermögen bereit. Oberstes Ziel ist die Sicherung der Liquidität – auch jener der Kultur- und Kreativschaffenden. Folgende Instrumente sind derzeit verfügbar:
„Soforthilfe Corona“ des Bayerischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie (StMWi).
Die Bayerische Staatsregierung hat im Rahmen ihrer Kabinettssitzung vom 17. März 2020 beschlossen, schnell und unbürokratisch Hilfe für kleine Betriebe (bis zu 250 Mitarbeiter*innen) aus stark betroffenen Branchen zu leisten. Die Soforthilfe wird nach Betriebsgröße gestaffelt und beträgt bis zu 50.000 Euro (inkl. der Soforthilfe des Bundes). Beantragbar sind die Hilfsgelder des Freistaats seit dem 18. März 2020, ausgezahlt werden sie seit dem 19. März 2020.

ACHTUNG: Das Bayerische Wirtschaftsministerium warnt Unternehmerinnen und Unternehmer vor gefälschen E-Mails zur Corona-Soforthilfe. Konkret geht es um die vermeintlich vom Ministerium versendete E-Mail mit dem Betreff „Corona Zuschuss – Bestätigung und Belehrung“. Darin werden die Unternehmen aufgefordert, eine Bescheinigung für das Finanzamt auszufüllen und an den Absender zurückzusenden. Es handelt sich um eine gefälschte Nachricht, das Bayerische Landeskriminalamt ist bereits eingeschalten.

Das Wirtschaftsministerium fordert alle Empfänger dieser E-Mail auf, die Nachricht zu ignorieren. Eventuelle schriftliche Rückfragen zu Soforthilfe-Anträgen laufen über die zuständige Bezirksregierung oder die Landeshauptstadt München. Offizielle E-Mails des Wirtschaftsministeriums zur Soforthilfe stammen von der E-Mail-Adresse noreply@soforthilfe-corona.bayern.

BITTE BEACHTE: Die Antragsstellung erfolgt seit dem 31.03.2020 ausschließlich elektronisch. Die bisherigen PDF-Antragsformulare werden daher nicht mehr bearbeitet. Falls Du schon einen Antrag gestellt hast, aber höhere Hilfszahlungen beanspruchen willst, musst Du elektronisch einen neuen Antrag (Folgeantrag) stellen (unabhängig davon, ob Du schon einen Bescheid oder eine Auszahlung erhalten hast). In diesem elektronischen Antrag gilt es dann von Dir zu bestätigen, dass bereits ein schriftlicher Antrag gestellt wurde.

Aufgrund der Verzahnung von Bundes- und Landeshilfen hat sich der Rahmen der Soforthilfen geändert. Abhängig von der Größe des Betriebs, beträgt die Höhe der Zahlungen nun:

  • bei bis zu 5 Erwerbstätigen 9.000 Euro (zuvor 5.000 Euro),
  • bei bis zu 10 Erwerbstätigen 15.000 Euro (zuvor 7.500 Euro),
  • bei bis zu 50 Erwerbstätigen 30.000 Euro (zuvor 15.000 Euro),
  • bei bis zu 250 Erwerbstätigen 50.000 Euro (zuvor 30.000 Euro).

Für die Umrechnung von Teilzeitkräften und 450 Euro-Jobs in Vollzeitäquivalente gilt folgender Schlüssel:

  • Mitarbeiter bis 20 Stunden = Faktor 0,5
  • Mitarbeiter bis 30 Stunden = Faktor 0,75
  • Mitarbeiter über 30 Stunden = Faktor 1
  • Mitarbeiter auf 450 Euro-Basis = Faktor 0,3

Obergrenze für die Höhe der Finanzhilfe ist der Betrag des durch die Corona-Krise verursachten Liquiditätsengpasses. Der Liquiditätsbegriff und die Frage der Definition eines Liquiditätsengpasses führten zuletzt immer wieder zu Verwirrung. Daher ist es wichtig darauf hinzuweisen, dass die Antragsvoraussetzung seitens des StMWi am 31. März 2020 wie folgt präzisiert wurde:

„Der Antragsteller muss glaubhaft versichern, dass er durch die Corona-Pandemie in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten ist, die seine Existenz bedrohen, weil die fortlaufenden Einnahmen aus dem Geschäftsbetrieb voraussichtlich nicht ausreichen, um die Verbindlichkeiten in den auf die Antragstellung folgenden drei Monaten aus dem fortlaufenden erwerbsmäßigen Sach- und Finanzaufwand (z.B. gewerbliche Mieten, Pachten, Leasingraten) zu zahlen. Private liquide Mittel müssen nicht (mehr) zur Deckung des Liquiditätsengpasses eingesetzt werden.“

Dein Privatvermögen bleibt fortan also unangetastet! Weitere Informationen zum Thema Corona-Soforthilfe des Freistaats findest Du hier.

Kultureller Rettungsschirm (u.a. mit Soforthilfe für Künstler*innen).

Bayern ist ein Kulturstaat und wir wollen (…) die Künstler nicht alleine lassen. Markus Söder,  22.04.2020

Der kulturelle Rettungsschirm wird von 90. Mio. Euro auf 200. Mio. Euro erhöht.

  •  140 Mio. Euro sind für die Soforthilfen eingeplant. 
    • Den 30.000 in der Künstlersozialkasse Versicherten aus Bayern wird drei Monate lang eine monatliche Förderung von 1.000 Euro ausbezahlt. Auch diejenigen, die nicht in der Künstlersozialkasse organisiert sind, jedoch die Kriterien dafür erfüllen, werden bei den Soforthilfen für Künstler*innen berücksichtigt. Die Hilfen kommen demnach doppelt so vielen Menschen zu Gute. Weitere Informationen findest Du auf der Homepage des Bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst.
    • Ab sofort ist die Antragsstellung möglich.
      Hier
      kannst Du Deinen Antrag stellen.
    • Achtung // 26. Mai 2020: Die Soforthilfe Corona des Freistaats Bayern und die Künstler*innen-Hilfe schließen sich nicht prinzipiell aus. Die Künstler*innen-Hilfe wird entsprechend um bereits ausbezahlte Gelder gekürzt. Das Online-Formular wird aktuell entsprechend angepasst.
    • Honorarkräfte (bei Staatstheatern und förderfähigen Spielstätten, auch Maskenbildern und Techniker*innen) profitieren von Ausfallhonoraren (nach dem Vorbild der Ausfallhonorare des Bundes).
  •  50 Mio. Euro für Spielstätten 
    • Spielstätten (z. B. kleine und mittlere Theater, rund 260 Kinos) werden mit 30 Mio. Euro unterstützt.
    • 10 Mio. sind für nichtstaatliche Kunst- und Kultureinrichtungen z. B. Musikschulen eingeplant.
  •  10 Mio. Euro für Laienmusik 
    • Für Laienmusik-Vereine werden 10 Mio. bereitgestellt. Vereine bekommen bis zu 1000 Euro.
Finanzielle Überbrückungshilfen der LfA Förderbank Bayern.
Zur Bewältigung der Folgen der Corona-Krise stehen Darlehensprodukte der LfA Förderbank sowie verschiedene Bürgschaftsprogramme zur Verfügung. Primäres Ziel ist die Bereitstellung zusätzlicher Liquidität. Erster Ansprechpartner ist die eigene Hausbank. Die LfA-Förderberatung ist unter folgender Rufnummer zu erreichen: 089 / 21 24 – 10 00. Weitere Informationen zu den verfügbaren Überbrückungshilfen findest Du hier. 
Corona-Hotline.
Die Hotline der bayerischen Staatsregierung (ab 11.04.2020) steht Dir offen für Fragestellungen zu gesundheitlichen Themen, Ausgangsbeschränkungen, Kinderbetreuung und Schule als auch zu Soforthilfen und Unterstützung für Kleinunternehmen und Freiberufler. Zu erreichen ist die Hotline nun täglich (auch an Sonn- und Feiertagen) von 08:00 bis 18:00 Uhr unter der Nummer 089-122-220.

Bund

Auch die Bundesregierung schützt mit Maßnahmen in Milliardenhöhe Arbeitnehmer und Unternehmen vor den Folgen des Coronavirus. Zu den beschlossenen Schritten gehören u. a. die Ausweitung des Kurzarbeitergeldes, Liquiditätshilfen und die Stundung von Steuerzahlungen (s. Milliarden-Schutzschild für Deutschland; s. auch hier Schutzschild für Beschäftigte und Unternehmen). Mit Beschluss des Bundeskabinetts vom 23. März 2020 hat der Bund ergänzend ein umfangreiches Hilfsprogramm speziell für Kleinunternehmen, Soloselbstständige und Freiberufler aufgestellt. Das Programm fußt auf drei Säulen: Darlehen, Zuschüssen und direkten Hilfen zur Lebenssicherung. Am 27. März 2020 passierte das Gesamtpaket den Bundesrat.
Corona-Soforthilfe für Kleinstunternehmen und Soloselbstständige.
Die „Corona-Soforthilfe“ in Höhe von 50 Milliarden Euro greift als nichtrückzahlbarer Zuschuss und dient der Unterstützung von Klein(st)unternehmen sämtlicher Wirtschaftsbereiche, (Solo)Selbstständigen und Angehörigen der Freien Berufe bis zu 10 Beschäftigte. Ausdrückliches Ziel ist es, eventuelle „Solidaritäts-Lücken“ zu schließen und die wirtschaftliche Existenz der Antragssteller durch Überbrückung akuter Liquiditätsengpässe (etwa bei der Begleichung von Mietkosten, Krediten, Leasingraten u. ä.) zu sichern. Die Soforthilfe des Bundes wird einschließlich (nicht zusätzlich) der Landeshilfen bereitgestellt und durch die Länder bzw. Kommunen bewilligt und ausbezahlt. Gestaffelt sind die Auszahlungen wie folgt:

    • bis 9.000 € Einmalzahlung für 3 Monate bei bis zu 5 Beschäftigten,
    • bis 15.000 € Einmalzahlung für 3 Monate bei bis zu 10 Beschäftigten.
Mit der Verwaltungsvereinbarung vom 29. März 2020 wurde die Verzahnung von Bundes- und Landeshilfen geregelt. Seit dem 30. März 2020 stehen die Bundesgelder zur Verfügung. Die Antragsstellung erfolgt über das jeweilige Bundesland. In Bayern ist hierfür das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie (StMWi) zuständig. Zum Online-Antrag geht es hier. Der Bewilligungs- und Auszahlungsprozess erfolgt auf Regierungsbezirksebene bzw. im Fall München auf Ebene der Stadt. Alles Wichtige zum Corona-Soforthilfe-Programm des Bundes in Kürze findest Du hier.

Grundsicherung.
Die Bundesregierung sorgt mit zusätzlichen 3 Milliarden Euro außerdem dafür, dass Selbstständige leichter Zugang zur Grundsicherung (ALG II) erhalten. Damit können Lebensunterhalt und Unterkunft in der Krise trotz Verdienstausfall gesichert werden. Wichtig zu betonen ist, dass Ihr als Antragstellerinnen und Antragsteller auf Grundsicherung in den nächsten Monaten weder Vermögensverhältnisse offenlegen noch Euer Vermögen antasten müsst – solange es nicht erheblich ist. Diese Ausnahmen gelten für sechs Monate. Damit die Leistungen sehr schnell ausgezahlt werden können, werden Anträge auf Grundsicherung vorläufig bewilligt. Die Bedürftigkeitsprüfung erfolgt erst nachträglich. Details zur Antragsstellung und weitere Informationen findest Du hier.  

Eine Alternative zur Grundsicherung stellt der Nothilfe-Kinderzuschlag (KiZ) dar. Der KiZ greift dann, wenn das eigene Einkommen nicht mehr zur Finanzierung der Familie, sondern nur noch für einen selbst reicht. Anders als gewöhnlich, wird nur das Einkommen des letzten Monats (anstelle des letzten halben Jahres) herangezogen, so dass schneller ein Anspruch entsteht. Die Antragsstellung erfolgt online. Für April können Anträge noch bis Ende des Monats gestellt werden. Weitere Informationen gibt es auf den Seiten der Bundesagentur für Arbeit.
Beschluss vom 23. April: Die Bezugsdauer des Arbeitslosengelds I von 12 Monaten wird um drei Monate verlängert. Weitere Informationen zum Arbeitslosengeld I findest Du hier.
Darlehen.
Weiterhin bietet die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) Finanzhilfen – etwa in Form des ERP Gründerkredits für Unternehmen, Selbstständige und Freiberufler. Die Kreditvoraussetzung wurden deutlich gelockert, die Konditionen verbessert, um Unternehmen unterschiedlicher Größe entsprechend unterstützen zu können. Auch die Mindestanforderungen an die Kreditwürdigkeit wurden reduziert. Das Ausfallrisiko trägt zu großen Teilen der Bund. Deine Ansprechpartner sind an dieser Stelle Hausbank oder Finanzierungspartner, die die KfW-Kredite durchleiten. Die Hotline der KfW für gewerbliche Kredite lautet: 0800 539 9001.

Beschlossen wurde seitens der Bundesregierung am 6. April 2020 außerdem ein sogenannter KfW-Schnellkredit für kleine und mittlere Betriebe, d. h. Betriebe mit mehr als 10 Mitarbeitern. Grundlage für das neue Programm „KfW-Schnellkredit 2020“ bildet der von der EU-Kommission angepasste Beihilfenrahmen, der am 3. April 2020 veröffentlicht wurde. Kern dieses Kreditprogramms ist die 100%ige Kreditrisikodeckung durch den Staat. Eine Risikoprüfung erfolgt nicht. Die Kreditlaufzeit beträgt 10 Jahre. Auch diese Kredite werden bei Deiner Bank oder Sparkasse beantragt. Weitere Informationen findest Du hier.

Rechtliche Anpassungen.
Das Bundeskabinett hat in Ergänzung der aufgeführten Maßnahmen am 23. März 2020 einen Gesetzentwurf beschlossen, der darauf abzielt, die Folgen der Corona-Pandemie auch juristisch (im Zivil-, Insolvenz- und Strafverfahrensrecht) abzumildern. Konkret geht es um die Behandlung von Zahlungsverpflichtungen, die sich wie folgt darstellt:

  • Kündigungsschutz für säumige Mieter*innen von Wohn- und Gewerbeimmobilien
  • Zahlungs- oder Leistungsaufschub für Verbraucher*innen sowie Kleinstunternehmen bei bestimmten fortlaufenden Verpflichtungen (wie z. B. Wasser, Strom, Internet/Telefon).
  • Mindestens dreimonatiger Zahlungsaufschub bei Darlehensverträgen für Verbraucher*innen

Außerdem wurde mit dem Gesetzesentwurf vereinbart:

  • Aussetzung der Insolvenzantragspflicht für Betriebe, die durch die Corona-Pandemie wirtschaftlichen Schaden erlitten haben oder gar insolvent geworden sind.
  • Ermöglichung der Beschlussfassung von Unternehmen, Genossenschaften, Vereinen und Wohnungseigentümergemeinschaften auch bei stark eingeschränkten Versammlungsmöglichkeiten, etwa durch digitale Lösungen.
Start-up-Booster.
Da klassische Kreditinstrumente an den Bedürfnissen von Gründer*innen häufig vorbeigehen, unterstützt sie der Bund mit zusätzlichen 2 Milliarden Euro Wagniskapital. Die Finanzierung erfolgt über öffentliche Wagniskapitalinvestoren auf Dachfonds- und Fondsebene wie z.B. KfW Capital oder dem Europäischen Investitionsfonds. Für junge Start-ups soll die Finanzierung mit Wagniskapital oder Eigenkapital-ersetzenden Finanzierungsformen erleichtert werden. Auch haben Start-ups grundsätzlich Zugang zu allen anderen Corona-Soforthilfe Maßnahmen.

Beratungsförderung.
Mit Wirkung vom 3. April 2020 haben sich auch die Förderkonditionen für die Inanspruchnahme professioneller Beratungsleistungen verbessert. Ab sofort können kleine und mittlere Unternehmen (KMU) einschließlich Freiberufler Förderung bis zu einem Beratungswert von 4.000 EUR ohne Eigenanteil in Anspruch nehmen. Die geänderten Förderkonditionen gelten befristet bis Ende 2020. Ausführliche Informationen findest Du hier.
Hilfsprogramm für freie Orchester.
Die Bundesregierung hat ein 5,4 Mio. starkes Programm für freie Orchester und Musikensembles beschlossen, um die “besondere künstlerische Qualität zu erhalten”. Anträge können ab sofort gestellt werden.
Ausfallhonorare.
Die vom Bund geförderten Kulturinstitutionen werden Künstler*innen bis zu 60 Prozent ihrer Gage als Ausfallhonorar zahlen, wenn die Veranstaltung wegen der Corona-Pandemie abgesagt werden musste. Das verkündete Kulturstaatsministerin Monika Grütters am Mittwoch (29. April) im rbb-Inforadio. Hier findest Du den dazugehörigen Artikel.
NEUSTART. Sofortprogramm für Corona-bedingte Investitionen in Kultureinrichtungen.
20 Millionen Euro Fördermittel können zur Vermeidung von Infektionsrisiken ausgegeben werden (*1.). Gefördert werden im Rahmen des Sonderprogramms Investitionen zwischen 10.000 und 50.000 Euro. Die Antragsstellung ist hier möglich. Mehr Infos findest du hier.

Rettungs- und Zukunftspaket.
Kulturstaatsministerin Monika Grütters setzt auf ein “Rettungs- und Zukunftspaket” des Bundes
Mitteilungen des Bundes.

Kommunen

Kulturreferat der Stadt Nürnberg.
Das Kulturreferat der Stadt Nürnberg hat ein spendenfinanziertes Soforthilfeprogramm angestoßen. Bürgerinnen und Bürger können über die Online-Spenden-Plattform „Gut für Nürnberg“ so einen Beitrag leisten zur Erhaltung des vielfältigen Kulturlebens in der Stadt. Die Sparkasse Nürnberg hat mit 25.000 Euro den Grundstock gelegt. Das Antragsformular auf Unterstützung richtet Ihr bitte direkt an das Kulturreferat der Stadt unter buendnis-fuer-kultur@stadt.nuernberg.de. Weitere Informationen gibt es hier.
Arbeitsgemeinschaft Kultur im Großraum Nürnberg, Fürth, Erlangen, Schwabach (ARGE).
Die Arbeitsgemeinschaft Kultur im Großraum Nürnberg, Fürth, Erlangen, Schwabach (ARGE) unterstützt 100 Künstlerinnen und Künstler aus der Region mit Konzeptions-Aufträgen für insgesamt 100.000 Euro.
Zur Unterstützung der Künstlerinnen und Künstler in der Corona-Krise vergibt die Arbeitsgemeinschaft Kultur im Großraum Nürnberg, Fürth, Erlangen, Schwabach (ARGE) ab sofort 100 Aufträge für konzeptionelle Arbeiten. Jedes ausgearbeitete Konzept wird mit 1.000 Euro honoriert. Damit finanzieren die vier Städte einen Arbeitsbereich, der durch Zuschussprogramme nicht oder nur unzureichend erfasst wird. Einige ausgewählte Konzepte sollen später durch die ARGE bzw. die Kulturämter der Städte ermöglicht werden.
Bewerben können sich alle Künstlerinnen und Künstler, die ihren Lebensunterhalt überwiegend mit ihrer künstlerischen Tätigkeit bestreiten und ihren Wohnsitz in Nürnberg, Fürth, Erlangen oder Schwabach haben. Die Details zum Verfahren, Ansprechpartner usw. findest Du unter www.kultur-im-grossraum.de.
Förderung Crowdfunding-Kampagne Landeshauptstadt München.
Aktuell: 90 Prozent Zuschuss für Kreativleistungen
Du planst eine Crowdfunding-Kampagne? Du benötigst Unterstützung beim Erstellen von Film, Logo oder Text?
Ob Imagefilm, Texte, Logos, Fotos, eine gute Story oder Pressearbeit – schon vor dem Start einer Crowdfunding-Kampagne kommt auf Dich als Projektstarter einiges an Arbeit zu. Und damit Deine Kampagne auch erfolgreich wird, ist ein professioneller, kreativer Auftritt enorm wichtig.
Die Landeshauptstadt München bietet mit dem „Förderprogramm Crowdfunding-Kampagne“ die Möglichkeit einer finanziellen Unterstützung für alle Kreativleistungen rund um die Crowdfunding-Kampagne! So kannst Du gleich von Beginn an mit Profis zusammenarbeiten.

Ab sofort kann für die kreativen Dienstleistungen, die für die Vorbereitung der Kampagne benötigt werden, ein Zuschuss von 90 Prozent – statt wie bisher 50 Prozent – (bis zu max. 3000 Euro) gewährt werden, d. h. Du zahlst maximal 333 Euro für z. B. Filmerstellung, Logo, PR oder Text.
Damit möchte das Referat für Arbeit und Wirtschaft Projektstarter*innen und ihre Ideen unterstützten und auf der anderen Seite die Auftragssituation der lokalen Kultur- und Kreativwirtschaft während der Corona-Krise stärken. Das Angebot gilt voraussichtlich bis Ende Mai 2020.
Weitere Infromationen findest Du unter https://www.muenchen.de/rathaus/wirtschaft/gruendung/finanzierung/crowdfunding-foerderung.html.

Sonstige Hilfen

Gesellschaft zur Verwertung von Leistungsschutzrechten mbH (GVL).
Inhaber*innen eines Wahrnehmungsvertrags aus der freien Szene können im Falle von Honorarausfällen im Zusammenhang mit COVID-19 über die Gesellschaft zur Verwertung von Leistungsschutzrechten mbH (GVL) eine einmalige Soforthilfe in Höhe von 250 Euro beantragen. Betroffene wenden sich zur Beantragung bitte direkt an die  GVL.

Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger (GBDA).
Die Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger (GBDA) stellt für Theaterschaffende 50.000 Euro Soforthilfe zur Verfügung, um die finanziellen Folgen der Coronakrise abzumildern. Antragssteller*innen, die ihre Notlage entsprechend begründen können, erhalten jeweils 500 Euro. Antragsberechtigt sind auch Nichtmitglieder der GBDA. Das Geld stammt aus dem Helene-Achterberg-Hewelcke-Hilfsfonds. Einzelheiten und Informationen zum Antrag gibt es unter gdba@buehnengenossenschaft.de. HINWEIS: Laut Mitteilung der GBDA vom 27. März 2020 ist der Corona-Sofortnothilfe-Fonds vollständig ausgeschüttet worden

Verwertungsgesellschaft GEMA.
Die Verwertungsgesellschaft GEMA hat ein 40 Mio. Euro starkes Nothilfe-Programm für ihre Mitglieder aufgesetzt. Das Programm besteht im Kern aus zwei Komponenten: einem „Schutzschirm LIVE“ für Komponisten und Textdichter mit Bühnenpräsenz sowie einem „Corona-Hilfsfonds“ für individuelle Härtefälle. Die Antragsstellung ist ab sofort möglich. Antragsformular, Ausfüllhinweise und weitere Informationen findest Du hier. Für GEMA-Kunden gelten, sofern möglich, besondere Kulanzregelungen. Kunden wenden sich zur Klärung ihres Anliegens bitte an kontakt@gema.de.
Filmförderungsanstalt (FFA).
Auch die Filmförderungsanstalt (FFA) hat ein Hilfsprogramm mit Maßnahmen für die Bereiche Produktion, Verleih und Kino entwickelt, um – zusammen mit den Filmförderungen auf Bundes- und Landesebene – die Auswirkungen der Corona-Krise für die deutsche Film- und Kinowirtschaft abzumildern. Weitere Infos zum FFA-Soforthilfeprogramm findest Du hier.

Am 17. Mai 2020 ließ sich der Pressemitteilung der Bundesregierung entnehmen, dass die Fördervoraussetzungen für das “Zukunftsprogramm Kino” geändert und somit der Zugang zu Fördermitteln erleichtert wird.

FilmFernsehFonds Bayern.
Der FilmFernsehFonds Bayern zahlt gewerblichen bayerischen Kinos seit dem 8. April 2020 Sofort-Prämien zur Existenzsicherung. Gewährt wird die Prämie pro Spielstätte als Zuschuss in Höhe von 5.000 Euro. Antragsberechtigt sind alle bayerischen Kinos mit bis zu sieben Sälen (max. 4 Spielstätten pro Betreiber) und regelmäßigem Spielbetrieb (mind. 275 Vorstellungen pro Jahr). Ausschlusskriterium ist einzig die Prosperitätsklausel. Das unterschriebene Antragsformular sende bitte zum 30. April 2020 per Post oder E-Mail an sofortpraemie@fff-bayern.de. Weitere Informationen findest Du hier.
Initiative Musik.
Die Initiative Musik startet eine Spendenkampagne / ein Hilfsprogramm für Musiker*innen. Anträge können seit dem 24. April gestellt werden.
Kunstnothilfe.
Die Kunstnothilfe des elinor-Netzwerks unterstützt Kulturschaffende mit bis zu 1000 Euro. Die Hilfe basiert auf Spenden.
Sängerhilfe.
Die Sängerhilfe des Oper Magazins in Kooperation mit der Manfred Strohscheer Stiftung unterstützt freischaffende Sänger*innen und Beschäftigte des Musiktheaters. Weitere Informationen findest Du hier

 2. FINANZIELLE ENTLASTUNGSMAßNAHMEN  

Kurzarbeit.
Der Deutsche Bundestag hat einstimmig Regelvereinfachungen zum Bezug von Kurzarbeitergeld beschlossen, um die unmittelbaren Folgen der Corona-Krise abzufedern. Wird in Folge des Coronavirus eine vorübergehende Reduzierung der üblichen Arbeitszeiten notwendig, können betroffene Betriebe bei ihrer zuständigen Agentur für Arbeit Kurzarbeitergeld beantragen. Antragsfähig sind Unternehmen mit mindestens einem/r Mitarbeiter*in. Für geringfügig Beschäftigte ist KEIN Kurzarbeitergeld erhältlich. Im Einzelnen sollen zum 1. April 2020 folgende Erleichterungen umgesetzt werden:

  • Das Erfordernis, dass mindestens ein Drittel der Belegschaft vom Arbeitsausfall betroffen ist, wird auf eine Schwelle von 10 Prozent abgesenkt.
  • Die Sozialversicherungsbeiträge werden vollständig von der Bundesagentur für Arbeit übernommen.
  • Auf den Aufbau negativer Arbeitszeitsalden wird teilweise oder vollständig verzichtet.
  • Auch Leiharbeitnehmer können Kurzarbeitergeld beziehen.
  • Wie bereits am 29. Januar 2020 von der Bundesregierung beschlossen, soll im gleichen Zug eine Verlängerung des Kurzarbeitergeldbezugs von 12 auf 24 Monate ermöglicht werden.
  • Beschluss vom 23. April: Das Kurzarbeitergeld wird (gestaffelt und vorerst bis zum Jahresende) angehoben: Ab dem vierten Bezugsmonat auf 70 Prozent des letzten Nettolohns (77 Prozent für Haushalte mit Kindern) und ab dem achten Monat auf 80 Prozent (87 Prozent mit Kindern). Bisher sind es 60 Prozent oder 67 Prozent des Lohns für Menschen mit Kindern.

Alle Informationen zum Kurzarbeitergeld, Deine zuständige Arbeitsagentur sowie eine Online-Anzeige- bzw. eine Antragsfunktion findest Du auf der Seite der Bundesagentur für Arbeit: https://www.arbeitsagentur.de/news/kurzarbeit-wegen-corona-virus 

Steuerstundung und weitere Anpassungen.
Auf Antrag können Einkommens-, Körperschafts- und Umsatzsteuer gestundet, laufende Vorauszahlungen der Gewerbesteuer auf null gesetzt werden. Ggf. können auch Säumniszuschläge erlassen und Vollstreckungsmaßnahmen ausgesetzt werden. Zur Klärung Deiner speziellen Situation wende Dich bitte direkt telefonisch an das für Dich zuständige Finanzamt. Den Antrag zur Steuerstundung findest Du hier.
Überziehungskredit (Konkokorrentkredit).
Analog zum privaten Dispositionskredit kannst Du bei Deiner Hausbank einen Kontokorrentkredit beantragen. Überziehungskredite sind darauf angelegt, kurzzeitige finanzielle Engpässe zu überbrücken. Zu beachten sind die vergleichsweise hohen Zinsen. Bitte wende Dich für weitere Informationen an Deine Hausbank.   
Entschädigung bei Verdienstausfall durch Quarantäne.
Wer aufgrund des Coronavirus offiziell unter Quarantäne gestellt wird, einem Tätigkeitsverbot unterliegt und dadurch einen Verdienstausfall erleidet, kann nach § 56 des Infektionsschutzgesetz (IfSG) eine Entschädigung erhalten. Selbstständige und Freiberufler wenden sich in diesem Falle direkt an ihr zuständiges Gesundheitsamt. Grundlage der Berechnung für die Entschädigung ist der Steuerbescheid. Wer als Selbstständiger nicht gesetzlich kranken-, renten- und pflegeversichert ist, hat außerdem Anspruch auf Erstattung seiner/ihrer Aufwendungen für soziale Sicherung in angemessenem Umfang. Weitere Informationen erhältst Du hier.
Zahlungserleichterung und -aufschub.
Sozialversicherungsbeiträge von Arbeitgebern können nach § 76 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 SGB IV gestundet werden. Dies trifft dann zu, wenn die sofortige Einziehung des Gesamtsozialversicherungsbeitrags mit erheblichen Härten für das Unternehmen verbunden wäre und der Anspruch durch die Stundung nicht gefährdet ist. Ansprechpartner sind die jeweiligen Krankenkassen, bei denen die Arbeitnehmer*innen versichert sind.

Selbstständige haben u. U. die Möglichkeit, nach Rücksprache mit ihrer Krankenkasse, ihre Beträge auf den Mindestsatz zu reduzieren. Ansonsten können sie einen Stundungsantrag aufgrund Corona-bedingter Auftragsausfälle stellen.

Für Versicherte der Künstlersozialkasse (KSK) ergeben sich zweierlei Möglichkeiten der finanziellen Entlastung: 1. durch Beantragung eines Zahlungsaufschubs (Stundung von Beiträgen) bis zunächst 30. Juni 2020, per E-Mail und mit kurzer Begründung an auskunft@kuenstlersozialkasse.de, und 2. durch Korrektur der Einkommenserwartung. Der Versicherungsschutz bleibt gemäß Mitteilung der KSK vom 16. März 2020 bis auf weiteres auch dann erhalten, wenn Pandemie-bedingt das Mindesteinkommen von 3.900 Euro jährlich nach aktueller Einschätzung nicht erreicht wird. Weitere Infos findest Du hier.

Künstlersozialabgabepflichtige Unternehmen können dreierlei Maßnahmen ergreifen: 1. Beantragung einer Verlängerung (bis 30. Juni 2020) der gesetzlichen Abgabefrist zur Meldung abgabepflichtiger Entgeltzahlungen des Jahres 2019, per E-Mail und mit kurzer Begründung an abgabe@kuenstlersozialkasse.de, 2. Antragstellung auf Stundung (bis zunächst 30. Juni 2020) oder Ratenzahlung, per E-Mail und mit kurzer Begründung an abgabe@kuenstlersozialkasse.de sowie 3. Antragstellung auf Herabsetzung der monatlichen Vorauszahlungen, telefonisch oder per E-Mail an abgabe@kuenstlersozialkasse.de. Weitere Infos findest Du hier.

Ausfallhonorare.
Ob Du vom Auftraggeber ein Ausfallhonorar bekommt, hängt von Deinen individuellen Vertragsbedingungen ab. Auch mündlich oder per SMS/WhatsApp geschlossene Vereinbarungen sind wirksam. Achte beim Abschluss neuer Verträge darauf, dass es Regelungen über Ausfallhonorare gibt. Hast Du in einem Projekt bereits Teilleistungen erbracht, besteht zumindest anteilig Anspruch auf das Honorar.

Inhaber*innen eines Wahrnehmungsvertrags aus der freien Szene können im Falle von Honorarausfällen im Zusammenhang mit COVID-19 über die Gesellschaft zur Verwertung von Leistungsschutzrechten mbH (GVL) eine einmalige Soforthilfe in Höhe von 250 Euro beantragen. Betroffene wenden sich zur Beantragung bitte direkt an die GVL. Informationen anderer Verwertungsgesellschaften zur Regelung von Härtefällen liegen derzeit nicht vor.

Fördermittel für laufende Projekte.
Du setzt gerade mit Hilfe von Fördermitteln ein Projekt um und musst Veranstaltungen und/oder Reisen absagen? Wie sich das auf die Abrechnung der Fördermittel auswirkt, dazu gibt es keine allgemeingültige Regelung. Es ist davon auszugehen, dass die fördernden Stellen die Projektträger in Kürze individuell informieren werden. Zahlreiche Verbände setzen sich aktuell dafür ein, dass die aktuelle Situation sich nicht negativ auf die Zuwendungsempfänger und die beteiligten Kultur- und Kreativschaffenden auswirkt.

 3. WEITERE INFORMATIONEN  

Auch andere branchenrelevante Einrichtungen informieren aus aktuellem Anlass über Änderungen und verfügbare Unterstützungsmaßnahmen.  

Fördereinrichtungen

Bund

Land Bayern

Kommune/Region

Fachverbände

Land Bayern

Bund

Sonstige Interessenvertretungen

Kammern

Industrie- und Handelskammern (IHKs)

Handwerkskammern (HWKs)

Sonstige

Kampagnen und Initiativen
Nützliche Werkzeuge

Konferenztools: Die Corona-Pandemie fordert neue Ansätze das Miteinander auf Distanz zu gestalten und so Austausch und Verständigung zu ermöglichen. Die private Agentur für Wissenschaftskommunikation con gressa hat eine umfangreiche Übersicht verfügbarer Konferenztools zusammengestellt, die sie hier teilt. Die Übersicht ist als Wiki angelegt. Um Weiterverbreitung, Bearbeitung und Kommentierung wird daher ausdrücklich gebeten.

Themenveranstaltungen
Kompetenzzentrum Kultur- und Kreativwirtschaft des Bundes: Check-in Kultur- und Kreativwirtschaft: Der Talk zur aktuellen Lage

Wir werden die Informationen auf unserer Website fortlaufend überprüfen und aktualisieren. Die Übersicht erhebt dennoch keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Sollten wichtige Hilfsprogramme fehlen, bedanken wir uns für einen Hinweis unter kontakt@bayern-kreativ.deBitte beachte: Die Angaben in diesem Beitrag sind nicht rechtsverbindlich. 

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