Innovation und branchenübergreifende Vernetzung

Kultur- und Kreativschaffende sehen sich überwiegend als Dienstleister für andere Branchen. Beim ausgeprägten Wunsch nach Vernetzung mit anderen Unternehmen stehen deshalb die Kunden- und Auftragsakquise im Vordergrund. Zu diesem Zweck wünschen sich die Akteure Plattformen, die potenzielle Auftraggeber auf die Möglichkeiten künstlerischer und kreativer Leistungen aufmerksam machen und ein Matching zwischen Auftraggebern und Auftragnehmern ermöglichen. Die spezifische Rolle als Innovationspartner und -treiber für andere Branchen wurde von Akteursseite nur selten benannt, dafür umso mehr von Multiplikatorenseite und Unternehmensvertretern außerhalb der Kultur- und Kreativwirtschaft.

Die Multiplikatoren sehen in der Kultur- und Kreativwirtschaft einen wichtigen Impulsgeber für neue Geschäftsmodelle, Methoden und Arbeitsweisen. Sie wünschen sich das Zentrum als Kooperationspartner, um neue Vernetzungsformate zu entwickeln und sie selbst beim Zugang zur Kultur- und Kreativwirtschaft zu unterstützen.

Für Unternehmen anderer Branchen sehen Multiplikatoren einen großen Bedarf an klassischen kultur- und kreativwirtschaftlichen Leistungen sowie einen Bedarf an Methoden- und Techniktransfer. Gerade kleine und mittlere Unternehmen (KMU) stehen dabei im Fokus.

Dem Zentrum kommt in diesem Themenfeld die Rolle eines Vernetzers (in die Kultur- und Kreativwirtschaft), des Entwicklers neuer Formate (in Kooperation mit Multiplikatoren) sowie des Lobbyisten zu. Es soll die Kultur- und Kreativwirtschaft als Innovationspartner für andere Branchen sichtbar machen. Das kann beispielsweise durch die Kommunikation von Best-Practice-Beispielen geschehen. Darüber hinaus soll es Kleinst- und Kleinunternehmen für die Kooperation mit der Industrie qualifizieren.

Qualifizierungsbedarfe auf Seiten der Industrie (etwa für die Bewertung kultur- und kreativwirtschaftlicher Leistungen, was bei Ausschreibungen zu beachten ist etc.) kamen erstaunlicherweise nicht zur Sprache.

Spezifische Fragestellungen ergeben sich weiterhin für kunsthandwerklich orientierte Unternehmen, die in den Handwerkskammern organisiert sind (Zugang zu Produktions- und Vertriebspartnern), sehr traditionelle Industrien sowie den Tourismus.

Stimmen zum Thema

Kultur, Kunst, Kreativität und Wirtschaft bedingen sich gegenseitig. Ohne Kreativität gäbe es keine Geschäftsideen, keine Marketingstrategien und letztendlich auch in vielen anderen Bereichen keine Problemlösungen. Gemeinsamkeiten zeigen sich vor allem im Bereich Innovation, hier ist die Kultur- und Kreativwirtschaft ein wichtiger Katalysator.

Walter Keilbart, Hauptgeschäftführer der IHK Niederbayern

 

Das Thema Kultur- und Kreativwirtschaft kann in der Region nur durch die Zusammenarbeit mit den IHKs und HWKs vorangebracht werden. Die „Jungs vom Maschinenbau“ müssen auch mit am Tisch sitzen. Das kann das Zentrum eher leisten als die Akteure vor Ort. bayernkreativ kann von außen gezielt Impulse setzen, um die Kammern stärker zu öffnen. Die Kulturszene insgesamt profitiert davon, wenn Stadt und Region das Thema Kultur- und Kreativwirtschaft voranbringen.

Muchtar Al Ghusain Kultur-, Schul- und Sportreferent der Stadt Würzburg 

Zurück zu Beteiligungsprozess